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Mit Debussy zum großen Erfolg bei der fachpraktischen Abiturprüfung geschwebt

Ein Interview mit der Querflötenschülerin Felicitas Holl

 

 

 

 

Schülerinnen und Schülern die Welt der Musik nahe zu bringen und die Freude am Musizieren zu wecken, ist das große Anliegen unserer Lehrkräfte. Wenn der gemeinsame Weg dann bis zum Fachabitur in Musik führt, ist das schon etwas sehr Besonderes. Die pädagogische Leiterin der Musikschule Nicole Staber wollte wissen, wie man so weit kommt, und hat Felicitas Holl zu einem Interview gebeten!

Felicitas Holl ist seit 2010 Schülerin der Musikschule und lernt Querflöte in der Klasse von Frau Seele-Eppel. Sie besucht das St. Raphael-Gymnasium in Heidelberg.

 

N.S: Liebe Felicitas! 15 Punkte beim Fachabitur Musik-trotz all der erschwerten Coronabedingungen! Fantastisch! Im Namen der Musikschule Leimen gratuliere ich Dir herzlich zu diesem großen Erfolg! Wie hast Du Dich bei der Prüfung gefühlt?

F.H: In der Woche davor vor allem nervös, da habe ich auch nicht gut geschlafen. Aber im Laufe der Woche wurde es besser, und montags, als die Prüfung war, war ich eher gespannt wie es wird. Nach dem ersten Teil, dem Gehörbildungsteil habe ich mich fast auf das Vorspiel gefreut. Ich hatte meine Stücke ein Jahr geübt, da wollte ich sie jetzt endlich final präsentieren! Der externe Prüfer war sehr nett, und er und mein Musiklehrer haben die Stimmung durch Witze aufgelockert, sodass es wirklich Spaß gemacht hat, zu spielen, und es hat super geklappt. Das Prüfungsgespräch war dann auch total schnell um.

N.S: Welche Stücke hast Du gespielt?

F.H: Meine Wahlstücke waren „Syrinx“ von Claude Debussy und die „Hamburger Sonate“ von Carl Philipp Emanuel Bach und mein Pflichtstück war der zweite Satz aus dem „Konzert für Flöte und Orchester op. 29“ von Carl Stamitz.

N.S: Welche Prüfungsvorgaben gab es?

F.H: Die Wahlstücke sollten möglichst aus verschiedenen Epochen sein und insgesamt ungefähr zehn Minuten dauern. Dazu kam dann das Pflichtstück, das man vom Musiklehrer zugeteilt bekommen und exakt acht Wochen vor der Prüfung zugeschickt bekommen hat. Nach dem Vorspiel gab es ein zehnminütiges Prüfungsgespräch über das Pflichtstück.
Und vor dem Vorspiel und dem Gespräch war morgens der Gehörbildungsteil dran, der beinhaltet z.B. ein Melodiediktat, Intervalle und Akkorde hören und das Aussetzen eines Tonsatzes.

N.S: Seit wann hast Du Dich auf die fachpraktische Abiturprüfung in Musik vorbereitet?

F.H: Meine Querflötenlehrerin und ich haben schon vor ca. einem Jahr angefangen, zu überlegen, was ich spielen könnte, damit ich genug Zeit hatte, viele Stücke auszuprobieren. Dafür habe ich mir also viel Zeit genommen. Ungefähr einen Monat vor dem Abitur habe ich dann angefangen, mich auf das Prüfungsgespräch vorzubereiten.

N.S: Wie hat die Prüfungsvorbereitung unter Corona Bedingungen ausgeschaut?

F.H: Als ich meine Wahlstücke ausgesucht habe, waren die Musikschulen zum Glück noch nicht geschlossen, sodass ich die noch im Präsenzunterricht lernen konnte. Nur die letzten Feinheiten mussten online geübt werden. Mein Pflichtstück dagegen habe ich erst im Januar bekommen. Das habe ich komplett im Online-Unterricht gelernt. Auch die Vorbereitung auf das Prüfungsgespräch, bei der mir Frau Seele-Eppel zum Glück geholfen hat, verlief online. Meiner Meinung nach hat es trotzdem gut geklappt, aber Präsenzunterricht ist natürlich tausendmal besser!

N.S: Was war besonders anstrengend in der Prüfungsvorbereitung?

F.H: Ich habe mich tatsächlich sehr gut vorbereitet gefühlt, dadurch, dass ich meine Stücke schon so lange vorher ausgewählt habe und sowohl mein Musiklehrer als auch Frau Seele-Eppel immer für Fragen da waren. Anstrengend war am Ende vor allem die Woche vor der Prüfung, als man langsam gemerkt hat, dass es jetzt wirklich so weit ist. Das Gefühl kennen bestimmt viele, dass man in den letzten Tagen mit dem Gedanken ständig bei der Prüfung ist und der innerliche Druck steigt.  Aber insgesamt würde ich sogar sagen, dass es Spaß gemacht hat, auf ein Ziel hinzuarbeiten (auch, wenn ich zwischendurch extrem genervt war, wenn eine Stelle auch beim hundertsten Mal üben nicht geklappt hat)! Ich habe nie stundenlang geübt, sondern einfach kontinuierlich regelmäßig. In den Tagen vor der Prüfung wurde aber es natürlich mehr. Ich habe das Glück, dass mein Vater mich am Klavier begleitet hat, ich hatte also keine Einschränkungen beim Üben durch Corona und konnte jederzeit mit ihm üben. Wir haben zur Vorbereitung mehrmals in Gottesdiensten vorgespielt und auch im Musikkurs hatten wir mehrere Vorspiele. Das hat die Nervosität ein bisschen verringert. Und in den Tagen vor der Prüfung habe ich mich oft (virtuell) mit meiner Querflötenlehrerin getroffen, das hat mir auch sehr geholfen!

N.S: Welche Rolle spielt die Musik und das Musizieren in Deinem Leben?

F.H: Eine große Rolle! Ich spiele Querflöte quasi seit ich denken kann, von daher ist Musik aus meinem Leben nicht wegzudenken und es war sofort klar, dass ich auf jeden Fall den Musik-Leistungskurs nehmen würde.  Aber auch abgesehen von der Querflöte höre ich quasi ständig Musik: viel Pop, aber auch klassischere Musik, natürlich vor allem in letzter Zeit zur Vorbereitung auf das musikpraktische Abitur.

N.S: Hast Du einen Lieblingskomponisten?

F.H: Ich mag Beethoven gerne. Sowohl seine Musik mit ihrem oft drängenden, aggressiven Charakter, als auch seine Person finde ich interessant. Er war ja ein sehr fortschrittlicher Komponist, der mit seiner Musik etwas bewegen wollte und ein ziemlicher Dickschädel. Er komponierte grandios, und das obwohl sein Gehör immer schlechter wurde!

N.S: Welche Stücke spielst Du gerne?

F.H: Ich mag schnelle Stücke gerne, z.B. „La Chasse“ von Wilhelm Popp, aber auch gefühlvolle Stücke mit langen Phrasierungsbögen. Für das musikpraktische Abitur habe ich zum ersten Mal ein Solostück gespielt, und gemerkt, dass mir das auch total Spaß macht. Ich finde, jede Literatur hat etwas Schönes.

N.S: Welche Tipps kannst Du den zukünftigen Musikabiturienten für den praktischen Teil geben?

F.H: Früh anfangen! Wenn man die Stück schon lange vorher einübt, muss man sie nur noch bis zur Prüfung warmhalten und hat letztendlich viel weniger Stress und mehr Zeit, sich auf Gehörbildung und das Gespräch vorzubereiten. Mir hat es außerdem geholfen, die Stücke oft vorzuspielen, um die Nervosität zu verringern. Und im Nachhinein finde ich, die Prüfung ist etwas, worauf man sich sogar ein bisschen freuen kann. Man kann sich super vorbereiten und wenn man das auch macht, dann ist es keine Zitterpartie mehr, sondern ein Zeigen, was man gelernt hat. Also ruhig bleiben, die Prüfer wollen einem ja nichts Böses.

N.S: Weißt Du schon, was Du nach deinem Abitur weitermachen möchtest?

F.H: Ich würde gerne Medien- und Kommunikationswissenschaften in Mannheim studieren, vorher aber schon mal durch Pratika in die Medienbranche schnuppern, um sicherzugehen, dass ich mich dort wirklich wohlfühle. Und natürlich werde ich weiterhin Querflöte spielen!

Wir wüschen Felicitas alles Gute für die kommenden Abiturprüfungen und bedanken uns sehr herzlich für das interessante Gespräch!

Unser großer Dank gilt auch Frau Seele- Eppel für die exzellente Prüfungsvorbereitung!

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